Jens Beeck

Bundesregierung vernachlässigt Reha-Kliniken sträflich

Der teilhabepolitische Sprecher Jens Beeck und die pflegepolitische Sprecherin Nicole Westig zeigen sich enttäuscht über die Antworten der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Pflegesituation in der Rehabilitation.

Jens Beeck:

„Im Bereich der Pflege werden die Rehabilitationskliniken von der Bundesregierung weiter und ganz bewusst missachtet. Das ist eine unverantwortliche Politik.

Allein dass die Rehakliniken keine Ausbildungsstätten für den neuen Pflegeberuf sein können und sie somit bei Suche nach Fachpersonal auch zukünftig noch mehr als bisher in große Schwierigkeiten kommen werden, zeigt doch eindeutig den Ernst der Lage. Mutwillig verschärft wird das durch die Verdrängung der Probleme auf die lange Bank, denn warum es in Anbetracht eines aktuellen Gesetzgebungsverfahrens, in dem die Lage der Rehakliniken hätte verbessert können, stattdessen aufwändige Prüfaufträge geben soll, ist nicht nachvollziehbar.

Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Kliniken für Rehabilitation, ihrer Mitarbeiter und vor allem auch der Menschen, die dringend auf eine Rehabilitation zur Anwendung einer drohenden Behinderung angewiesen sind.“

 

Nicole Westig:

"Die Antwort der Bundesregierung zeigt, dass ihr das Verständnis für den Zusammenhang 'Reha und Pflegebedürftigkeit' völlig fehlt.

Die Zahl der Rehakliniken und der eingesetzten Pflegekräfte stagniert, die Anzahl der Pflege-Auszubildenden in Rehakliniken ist auf erschreckend niedrigem Niveau. Dennoch sind keine Verbesserungen geplant. Die Regierung argumentiert, dass die Pflege durch das PpSG generell gestärkt werde. Dabei trägt es gewiss nicht zur Stärkung der Rehakliniken bei, wenn gerade sie die angestrebten Verbesserungen nicht erhalten. Im Gegenteil: Es ist eine Abwanderung zu erwarten.

Die Antworten machen deutlich, dass die Regierung dies leichtfertig in Kauf nimmt und keinerlei Ambitionen zum Gegensteuern hat."